Den Stimmen der Erinnerung folgen
Als wir begannen, uns mit der deutschen Kolonialgeschichte in Tansania zu beschäftigen, wollten wir einen Film über ein weitgehend vergessenes Kapitel deutscher Geschichte machen.
Es ist ein Film gegen das Vergessen geworden, der seine besondere Intensität und Authentizität dadurch erhält, dass er Menschen erzählen lässt, für die diese Geschichte niemals vergangen ist.
In Gesprächen mit Nachfahren der damaligen Widerstandskämpfer, Chiefs, Historikern und Teilnehmer*innen der jährlichen Gedenkfeiern begegneten wir keiner fernen Vergangenheit, sondern lebendigen Erinnerungen. Schmerz und Trauer, aber auch Würde, Stolz und Hoffnung werden über Generationen weitergegeben und prägen bis heute das Selbstverständnis vieler Gemeinschaften. Gemeinsam mit unseren tansanischen Partner*innen und der Erzählerin Sauda Simba entstand ein Film, der den Stimmen derjenigen folgt, deren Familien diese Geschichte bis heute bewahrt haben.
Während der Recherche wurden Archive und historische Dokumente immer wieder von etwas übertroffen, das wir nicht erwartet hatten: den Erzählungen der Menschen. Sie machten sichtbar, dass die deutsche Kolonialzeit für viele keine abgeschlossene Vergangenheit, sondern lebendig ist. Das Gedenken an den Widerstand gegen die Unterdrücker und die Suche nach den geraubten Schädeln ihrer Ahnen zeigt, dass Erinnerung nicht nur eine historische oder politische, sondern eine zutiefst menschliche Frage ist.
„Der lange Weg zu Utani“ beschreibt deshalb mehr als eine Reise durch Tansania. Er steht für einen Weg, auf dem Zuhören wichtiger wird als Erklären und gemeinsames Erinnern zur Voraussetzung für Anerkennung und gegenseitigen Respekt.
Wir verstehen unseren Film nicht als Anklage, sondern als Einladung, den Stimmen der Menschen zuzuhören. Denn wir sind überzeugt, dass gemeinsames Erinnern der erste Schritt auf dem langen Weg zu Utani ist.


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„Der lange Weg zu Utani“ lebt vom Dialog. Wenn Sie den Film bei einem Festival, in einem Kino, einer Bildungseinrichtung, einem Museum oder im Rahmen einer Veranstaltung zeigen möchten, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Jede Vorführung trägt dazu bei, die Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte und ihren bis heute spürbaren Folgen zu fördern.